Cloudplattformen im Vergleich: AWS, Azure, Google Cloud und IBM Cloud

Cloudplattformen im Vergleich: AWS, Azure, Google Cloud und IBM Cloud

Cloud-Computing ist für die meisten Unternehmen ein fester Bestandteil ihrer IT-Umgebung geworden. 84 Prozent der Firmen in Deutschland nutzen bereits Cloud Services. Weitere 13 Prozent planen oder prüfen laut Cloud Monitor von Cancom den Einsatz. Das ist wenig überraschend, denn die Cloud bringt viele Vorteile mit sich.

Organisationen und Betriebe können damit flexibler und produktiver arbeiten. Produkte und Dienstleistungen werden schneller entwickelt. Zudem erhöht Cloud-Computing die Skalierbarkeit aller Ressourcen und spart Kosten: Die benötigte Infrastruktur muss nicht gekauft und betrieben werden. Server, Tools, Applikationen oder Speicher werden gemietet. Die digitale Verarbeitung von Daten und die hohe Leistung der genutzten Hard- und Software ermöglichen den Einsatz von Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning.

Bevor Unternehmen sich für einen Cloud-Provider entscheiden, sollten sie prüfen, was dieser bietet. Die Implementierung kann je nach eigener Infrastruktur aufwendig sein; ein späterer Wechsel zu einem anderen Public-Cloud-Anbieter ist mit Kosten verbunden – und erneutem Aufwand.

Auf dem Markt sind zahlreiche Hyperscaler tätig, also Anbieter von IT-Ressourcen in der Cloud. Zu den Großen gehören Amazon, Microsoft, Google und IBM. Azure vs. AWS vs. Google Cloud vs. IBM: Welcher Dienst leistet was?

 

  • Überblick: Das bieten die verschiedenen Cloud-Plattformen

    Alle Cloud-Plattformen ermöglichen Unternehmen, ihre lokale Umgebung zu erweitern. Sie bieten jeweils Cloud-Computing-Servicemodelle der Bereiche Infrastruktur als Service (IaaS), Plattform als Service (PaaS) und Software als Service (SaaS). Die Grundfunktionen sind ähnlich – Compute, Storage und Datenbanken etwa bieten alle an. Auch automatisierte Security- und Compliance-Funktionen sind jeweils enthalten.

    Jeder Provider setzt allerdings etwas andere Schwerpunkte, die ihn jeweils für andere Use Cases interessant macht.

    IBM Cloud Microsoft Azure Google Cloud Platform AWS
    Zahl der Dienste 170 200 150 200
    Dienste Compute, Storage, Netzwerke, Datenbanken Compute, Storage, Netzwerke, Datenbanken Compute, Storage, Netzwerke, Datenbanken Compute, Storage, Netzwerke, Datenbanken
    Schwerpunkte und Besonderheiten KI, Machine Learning, Cloud Paks Enge Verzahnung mit Microsoft-Diensten KI, Machine Learning Umfassendes Ökosystem für viele Anwendungsbereiche
  • Checkliste: Diese Fragen sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters klären

    Technische Anforderungen und Dienste: Welche Services werden benötigt und welche bietet die Cloud-Plattform? Inwieweit können sie angepasst werden und welche Anforderungen gibt es?

    Leistungsbedarf, Flexibilität und Skalierbarkeit: Kann der aktuelle und zukünftige Bedarf an Leistung abgedeckt werden? Inwieweit und wie schnell lassen sich Dienste ergänzen? Können Leistungen flexibel angepasst werden?

    Datensicherheit und Compliance: Inwieweit gewährleistet der Anbieter die Sicherheit der Daten? Kann er entsprechende Zertifizierungen vorweisen? Wo werden Daten gespeichert, und werden sie Ende-zu-Ende verschlüsselt übertragen?

    Implementierung: Passt die Cloud-Plattform zu den eigenen IT-Systemen und Schnittstellen des Unternehmens? Welche Infrastruktur und Dienste sind schon vorhanden?

    Verfügbarkeit und Performance: Welche Verfügbarkeit verspricht der Provider und kann das eingehalten werden? Ist diese ausreichend, um Workflows nicht auszubremsen? Werden Updates regelmäßig eingespielt?

    Support: Welchen Support bietet der Betreiber bei Problemen, und was kostet das?

    Kosten: Welche Kosten fallen aktuell an und wie hoch könnten sie künftig sein?

    Standorte und Zugriffsmöglichkeiten: Sind die Services der Cloud-Plattform an allen Firmenstandorten erreichbar und ist der Zugriff möglich?

    Know-how: Welches Wissen ist im Unternehmen oder bei Dienstleistern vorhanden? Ist das ausreichend? Können Dienste als Managed Service betrieben werden?

Amazon AWS

Amazon Web Services wurde 2006 gegründet und ist der weltweit größte Hyperscaler.  Der Marktanteil liegt laut Statista bei 49 Prozent.

Diese Funktionen und Dienste hat die AWS Cloud:

  • Mehr als 200 Services umfasst das AWS-Angebot. Dazu gehören Lösungen für Compute, Storage, Datenbanken, Analytics und Networking sowie Entwicklungs- und Management-Tools. Auch Technologien rund um KI, Machine Learning und das Internet of Things sind integriert.
  • Im AWS Marketplace finden sich Anwendungen von Drittanbietern.
  • AWS nutzt eine globale Infrastruktur mit mehr als 100 Verfügbarkeitszonen in über 30 Regionen. Darunter sind jeweils mehrere Zonen in Frankfurt am Main.

 

Microsoft Azure

Microsofts Azure ist nach AWS der zweitgrößte Hyperscaler. Der Anbieter hat die Cloud-Computing-Plattform 2010 implementiert.

Diese Funktionen und Diensten hat Microsoft Azure:

  • Zur Azure-Plattform gehören über 200 Services aus den Bereichen Compute, Storage, Datenbanken, Analytics und Networking. Dazu kommen Entwicklungs- und Management-Tools sowie Technologien rund um KI, Machine Learning oder das Internet of Things.
  • Im Azure Marketplace stellen externe Entwickler Applikationen bereit.
  • Azure ist in 60 Regionen weltweit verfügbar. Unter den rund 30 Verfügbarkeitszonen gibt es auch eine in Deutschland.

 

Google Cloud Plattform

Unter den großen Hyperscalern ist Alphabets Angebot Google Cloud Platform (GCP) das jüngste. Der Dienst steht seit 2011 zur Verfügung.

Diese Funktionen und Diensten hat die Google Cloud Platform:

  • Zur GCP-Plattform gehören über 150 Services, vor allem bei Compute, Networking, Speicher, Datenbanken, Big Data, KI bzw. Machine Learning, Identity und Sicherheit sowie Management.
  • Dazu kommt ein Marktplatz für externe Entwickler.
  • Die Google Cloud Platform betreibt rund 180 Edge-Netzwerkstandorte, darunter fünf in Deutschland.

 

IBM Cloud

Die Cloud-Plattform von IBM besteht bereits seit 2005, damals unter dem Namen SoftLayer. IBM übernahm die Firma 2013.

Diese Funktionen und Diensten bietet IBM Cloud:

  • Die IBM Cloud umfasst über 170 Services, vorwiegend aus den Bereichen Compute, Storage, Netzwerke, Datenbanken, Analytics, Internet der Dinge, Blockchain und Entwicklertools.
  • Dazu kommt ein Marktplatz mit Tools von Drittanbietern.
  • IBM legt einen Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz und Machine Learning, vor allem mit den Watson Services, einer Plattform für Künstliche Intelligenz.
  • Eine weitere Besonderheit sind die Cloud Paks, die KI-Funktionalitäten nutzen. Dabei handelt es sich um Cloud-native, vorkonfigurierte Software-Pakete, die in zertifizierten Red-Hat-Containern bereitgestellt werden.
  • Die IBM Cloud ist über 46 Datencenter in neun Regionen erreichbar. Die Public Cloud ist in Deutschland über das Rechenzentrum in Frankfurt verfügbar.

 

Weitere Cloudplattformen:

Neben AWS, Azure, Google Cloud Platform und IBM Cloud finden sich weitere Provider am Markt. Dazu gehören unter anderem:

  • Oracle Cloud Infrastructure (OCI) ist seit 2016 verfügbar und hat 100 Cloud-Infrastruktur- und -Plattformdienste im Angebot. Die Cloud richtet sich vor allem an Kunden, die schon mit Oracle-Datenbanken arbeiten.
  • Digital Ocean besteht seit 2011. Mit dem kleineren Portfolio richtet sich der Dienst vor allem an Entwickler und Start-ups.
  • Alibaba Cloud: Diese Cloud Plattform gehört neben AWS, Azure, GCP und IBM Cloud zu den Top 5, wird aber vorwiegend in China verwendet.

TD SYNNEX Ansprechpartner

 

Erfahren Sie mehr zu den IBM Cloud Lösungen in einem persönlichen Gespräch.

Contact @ TDSYNNEX GmbH & Co OHG, Kistlerhofstr. 75, 81379 München

Rafael Ulrich

Business Development Manager IBM

Rafael.Ulrich@tdsynnex.com